Momenten quälen mich ein paar Gedanken (deswegen auch der lange Text
) . Nun dachte ich, ich weiß was ich machen will und stürzte mich voller Begeisterung in meine neuen Pläne. An dem Abitur möchte ich auch weiterhin festhalten, aber über die Berufswahl mache ich mir momentan doch ein paar Gedanken.
Nachdem ich nächstes Jahr die Abendschule besuchen will, hatte ich dann vor, meinen Nebenjob an den Nagel zu hängen. Das Problem bei der Sache: je mehr ich darüber nachdenke, umso unangenehmer ist mir dieser Gedanke. Nie wieder im Einzelhandel arbeiten?
Als ich 2011 bei der Edeka das Arbeiten anfing, war es zwar ganz gut, aber ich dachte mir immer: 2 Jahre und dann ist es wieder gut. Irgendwann war es aber nicht nur irgendein Nebenjob, nein, irgendwann machte mir mein Nebenjob richtig Spaß. Was ich persönlich nie gedacht hätte. Auch kann ich mich noch gut darin erinnern, als ich zu vielen Leuten sagte: “Hauptberuflich könnte ich das nicht machen – diese Kunden sind einfach viel zu anstrengend.”
Und heute? Da habe ich zwar manchmal Tage, wo ich wirklich keinen Bock habe, aber ich muss sagen: Ich arbeite gerne dort. Viele können es nicht verstehen, dass ich nebenbei noch jobben gehe, aber viele die verstehen es eben auch nicht, dass es mir eben auch Spaß macht. Fakt ist, dass ich viel weniger Freizeit als früher habe und wenn ich ehrlich bin, dann gibt es Monate, wo sich dies sprittechnisch gar nicht wirklich lohnt.
Je mehr ich aber darüber nachdenke, frage ich mich: Habe ich vielleicht unbewusst meinen Traumberuf gefunden? Dies dachte ich schon einmal, aber dann ist der Umzug gekommen, ich trennte mich und hatte auch so noch einige private Probleme und schwupps, fand ich es nur noch anstrengend dort zu arbeiten. Ich schaute immer zu, dass ich pünktlich aus dem Laden komme, und war froh, wenn ich nicht auch noch nachmittags dort arbeiten musste
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Nun habe ich meine Wohnung und es kommt wieder Alltag in mein Leben. Und nun erwische ich mich wieder, wie ich mich wieder mehr in meinen Nebenjob reinhänge. Wo ich mich wirklich frage? Würde ich die Dinge machen, wenn mir nicht wirklich was an diesem Job liegen würde? Wenn ich anderen von meiner Arbeit dort erzähle, können die es oft nicht verstehen, dass ich oft erst spät aus dem Laden komme oder einspringe, wenn Not am Mann ist. Aber wenn ich darüber nachdenke, dann wundere ich mich über manche Punkte selber.
Ich bleibe länger als nötig. Um 20:00 Uhr machen wir zu und die meistens hauen auch um kurz nach 20:00 Uhr ab. Ich gehe aber ungern, wenn ich noch nicht alles erledigt habe. Ja manche Kollegen können es nicht verstehen, wenn ich um viertel neun, noch die Rollis für die Eier hole und diese auffülle
. Wenn ich vor dem Kühlregal stehe und noch die Sachen nach vorne ziehe. Es gibt nach acht Uhr noch viel zutun und irgendwie bleibe ich in letzter Zeit wieder länger. Und auch sage ich nicht Nein, wenn die Chefs noch eine Arbeit für mich haben und wir schon 20:00 Uhr haben. Ich weiß noch, als ich einmal um halb zehn mit meiner Arbeit fertig war und nach Hause ging. Als andere dies mal erfahren haben, fragten sie mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe – es sei immerhin nur mein Nebenjob. Ja in letzter Zeit komme ich meistens erst gegen halb neun oder später aus dem Laden. Aber erstaunlicherweise macht es mir nichts aus
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Auch ist das Einspringen so ein Thema, dass viele nicht verstehen können. Ich selber muss da aber auch eine gewisse Notbremse ziehen. Durch das lernen, das ich derzeit habe, kann ich einfach nicht so oft dort arbeiten. Dies habe ich auch schon meinem Chef gesagt und so sind und bleiben es eben auch Ausnahmen, wenn ich mal öfters arbeite. Und auch erwische ich mich derzeit wieder oft bei dem Gedanken, dass ich gerne wieder öfters dort arbeiten würde. Derzeit bin ich bei drei Tagen, aber irgendwie finde ich es an meinen freien Tagen Schade, wenn ich nicht im Laden bin – so fahre ich dann meistens mal zum Einkaufen hin
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Natürlich ist es nicht einfach, wie zum Beispiel an Ostern als ich jeden Tag dort war. Eine ganze Woche von früh bis abends arbeiten war zwar nicht einfach, aber ich fühlte mich irgendwie auch gut danach. Gut, wenn ich mir etwas vorgenommen habe oder ich ausschlafen will, da ist es nicht gerade toll wenn der Chef einem eine SMS schickt oder dich aus dem Schlaf klingelt
- aber bisher bin ich immer eingesprungen oder war nach dem persönlichen “Wecker” ne Stunde später im Laden. Zwar ärgerte ich mich meistens anfangs darüber, aber würde ich es auch machen, wenns “nur” ein Nebenjob für mich wäre? Ich glaube kaum. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als ich mit meinem normalen Job und Nebenjob auf über 60 Stunden die Woche gekommen bin und es mir nichts ausmachte (Mensch was sammelten sich damals Stunden an
). Wenn andere dies hörten, sagten sie ich sei bescheuert. Diesen Gedanken kann ich verstehen. Als mir mein Nebenjob noch nicht so am Herzen lag und mir ein anderer Edeka Chef mal von seinen Wochenstunden erzählte, da dachte ich mir fast dasselbe und fragte mich, wie man so viel arbeiten kann und auch noch sagen kann, dass es einem nichts ausmacht. Es ist zwar nicht nett, aber auch ich dachte, er ist etwas bescheuert
. Heute kann ich es aber verstehen: er hat einfach Spaß an seinem Beruf. Ich habe auch oft viele Stunden dort und wie oben beschrieben, bin ich oft auch mit beiden Jobs auf über 60 Stunden gekommen – und ich glaube würde es mir keinen Spaß machen, würde ich so etwas nicht machen. Auch habe ich mir schon Bücher über den richtigen Umgang mit Kunden gekauft. Ja, bei diesen Büchern lernt man schon ein paar Sachen auf die man im Gespräch mit Kunden achten sollte – schon sehr interessant die Dinger. Kann ich wirklich nur als Einschlaflektüre empfehlen 
Auch ist es so, dass ich mir oft anhören darf, dass sie doch nur einen Deppen suchen, der für die wenig Geld diese Arbeit macht. Gut, als Aushilfe verdient man nicht sehr viel – aber ich glaube nicht, dass mich meine Chefs als Depp ansehen. Mir wird oft von meinem Chefs gesagt, dass ich meine Arbeit sehr gut mache und meine Chefin sagt mir mindestens einmal in der Woche, dass sie immer froh ist, wenn sie mich sieht, weil sie weiß, dass ich meine Arbeit gut mache, nicht viel erzähle und man mir auch ansieht, dass mir meine Arbeit Spaß macht. (Ich kann mich noch gut an diese Woche erinnern, als sie sooo begeistert vor dem Obst und Gemüse stand und sagt: Ohhhh das sieht aber toll aus – gut machen sie das). Manchmal ist mir das sogar unangenehm, weil man es eben oft zu hören bekommt
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Ein weiterer Grund sind auch Sätze von meinem Chefs. Sie kommen oft mit Sachen zu mir und bitten mich dies zu machen, weil sie wissen ich erledige das richtig. Auch sagte man mir, dass sie es merken, wenn ich Urlaub habe – ich fehle einfach, es würde richtig auffallen, wenn ich fehle. Mein Junior Chef hat mir nach einem langen Gespräch auch mal gesagt, dass er mir als Arbeitskraft sehr schätzt und ich deswegen auch oft viel Arbeit bekomme da ich gut mit Stress umgehen kann, schnell arbeite und ich auch genau auf alles achte. Zudem sagte er mir auch, dass ich deswegen auch mehr darf als andere Aushilfen. Und das stimmt auch.
Wenn ich es mir so anschaue, bin ich eigentlich eine der Aushilfen, die mehr als einen Bereich bekommen. Anfangs war ich auch nur beim Obst und Gemüsebereich. Nachdem mir dies aber irgendwann zu wenig wurde, habe ich dann noch die Mopro bekommen und irgendwann eben auch noch den Tiefkühlbereich. Ja, dies ist an manchen Tagen mehr als stressig, da hier im Ort natürlich auch noch ein anderer großer Laden zumachte und diese Kunden nun zu uns kommen. 4 1/2 Stunden bin ich dort, bis der Laden schließt und da wir nicht gerade klein sind, ist dies wirklich sehr stressig. Meistens wird ab 12:00 Uhr nichts mehr aufgefüllt, und wenn ich 3 1/2 Stunden später komme, dann wartet wirklich einiges an Arbeit
. Obst/Gemüse, Mopro, Tiefkühl sowie andere Dinge. Es muss oft die MHD Liste gemacht werden, nach dem Ausenbreich geschaut werden und und und. Es ist wirklich Stress, aber ich glaube ohne diese Portion Stress könnte ich gar nicht 
Auch darf ich oft die neuen Praktikanten/Aushilfen einlernen. Die neuen Aushilfen werden dann eigentlich immer auf meine Tage eingetragen. Gut, oft mache ich diese Arbeit nicht gerne, da ich mittlerweile auch recht schnell sehe, wer wirklich arbeiten will oder wer einfach nur da ist, damit er Geld bekommt. Auch sieht man ihnen an diesen Probetagen oft schon schnell an, dass sie es eh nicht machen werden. Hält mich persönlich immer sehr von der Arbeit ab, und wenn ich eh schon merke, dass ich sie gerade umsonst einlerne, ärgert es mich schon etwas
. Zudem habe ich auch die Erlaubnis vom Chef bekommen unseren Aushilfen “auf die Finger zu hauen” wenn sie was falsch machen. Zwar scheut es mich doch etwas, da ich dort eben selber nur Aushilfe bin, aber auch ich habe mich irgendwann damit abgefunden, dass ich manchen einfach mal in den Arsch treten muss und irgendwann eben auch nicht mehr bei einem “bitte mach das so” bin, wenn man dies schon 5-mal gesagt hat und derjenige es noch immer nicht macht
. Arbeiten sie zu langsam, muss man ihnen auch mal auf die “Finger hauen” und sie antreiben – und ich habe sogar die Erlaubnis vom Chef
. Schwierig ist es für mich dann, wenn er zu mir kommt und sagt ich soll auf manche Auszubildenden schauen oder sogar bei manchen langjährigen Mitarbeitern, die länger da sind als ich.
Natürlich freut man sich auf einer Seite, dass die Chefs so ein Vertrauen in einen haben und einen somit auch gleichzeitig zeigen, dass man die Arbeit gut macht, was mir wiederum auch zeigt, dass ich nicht nur der Depp für sie bin, aber leider Gottes muss man sich dann eben auch mal was anhören, wenn die Aushilfen dann doch was anderes machen, als man ihnen sagt. So muss man also immer schauen was sie machen und ihnen dann eben auch mal sagen, dass sie dies oder jenes machen sollen. Wie gesagt, einfach ist dies für mich nicht, da ich selber erst ein Jahr dort bin und selber eben nur eine Aushilfe.
Was ich hingegen überhaupt nicht gerne mache: Das Telefon bei mir haben. Ohhh das mag ich persönlich gar nicht. Ich kann mich noch gut an den ersten Tag mit Telefon erinnern. Der Chef ging heim, drückte mir das Telefon in die Hand und sagte zu mir: “Also wenn jemand anruft, dann gehst du hin.”
Mir wären fast die Augen rausgefallen und dann klingelt dieses Ding auch ständig. Was war ich froh, als dieser Tag rum war und ich das Telefon in die Ladestation stecken konnte. Gerne mach ich es heute noch immer nicht, aber wenigstens bekomme ich heute keine Panikattacken mehr, wenn der Chef es mir mal bringt.
Aber daran sehe ich ja, dass meinen Chefs mit mir zufrieden sind und es freut mich immer, wenn ich neue Sachen kennenlerne. Anfangs war mir immer eine neue Arbeit ein Graus und ich dachte immer: “WIE? ICH SOLL DAS MACHEN?”. Heute ist es ganz normal, dass ich Lieferung einräume und kontrolliere, ob auch alles gekommen ist.
Und was war ich glücklich, als ich das erste Mal einen Lindt Aufsteller einräumen durfte und die Chefs zufrieden waren. So viele Sachen und so ein kleiner Aufsteller. Es sollte gut aussehen, musste alles von der Höhe passen und alles musste rein. Was habe ich geflucht und mit den Händen in der Luft herumgeschlagen
. Aber als ich fertig war, standen beide Chefs davor und sagten mir, dass ich das wirklich toll gemacht habe und es wirklich spitze aussieht – ohhh das ging runter wie Butter
.
Es gibt noch so viele Bereiche, wo ich was lernen könnte und ich würde es auch gerne. An der Kasse wollten sie mich auch schon mehrmal einlernen. Ich saß auch schon ein paar Mal drinnen, weiß wie man kassiert, und wie die Kartenzahlung funktioniert – mehr aber auch nicht, da ich eigentlich nie Zeit dafür habe. Chef sagt immer: Wenn Zeit ist, dann müssen wir dich mal einlernen
. Aber naja … Zeit ist dafür eigentlich nie und auch wenn’s mir viel Spaß macht an der Kasse zu sitzen, kann ich mir es einfach nicht alles richtig merken, wenn ich nur alle paar Wochen/Monate für ne halbe bis ne Stunde drinnen sitze.
Aber irgendwann lerne ich das bestimmt auch noch – wenn ich Zeit dafür habe
.
So frage ich mich also wirklich: Habe ich vielleicht schon meinen Traumberuf gefunden?
Allerdings habe ich auch Zweifel. Den, wenn ich diesen Weg einschlagen sollte, steht für mich jedenfalls fest, dass ich dann irgendwann mal meinen eigenen Laden haben will
. Problem: Ich bin bei der Edeka und ich habe auch ehrlich gesagt nicht vor in einen Real, Rewe, Tegut, Aldi oder Lidl zu wechseln. Wenn dann will ich bei der Edeka bleiben, aber wenn ich auf der Edeka Seite so lese, wie viele Kaufleute sie jedes Jahr in die Selbstständigkeit begleiten, da frage ich mich wirklich: Irgendwann muss doch an jeder Ecke ein Edeka stehen und irgendwann bleibt da doch gar nichts mehr übrig
. Auch würde ich erst sehr spät dort “einsteigen” und könnte nach dem Dualen Studium ja nicht sofort meinen eigenen Laden aufmachen. Ich müsste ja auch erst Stellvertreter machen und dann auch erst einmal selber in einer Führungsposition arbeiten, Seminare machen und und und.
Gut, das würde mir nichts ausmachen, denn wir wissen alle: Von nichts kommt nichts und damit man dann eben solche Positionen bekommt, muss man sich eben den Arsch aufreisen und oft präsent sein, aber ich weiß nicht, ob sie sich denken würden, dass ich zu alt dafür bin – und dazu auch noch eine Frau! Sorry, aber man sieht so selten eine Frau in so einer Position
.
Dies sind eben nur kurze Zweifel von mir – ich weiß momentan wirklich nicht was ich jetzt machen soll
. Auf der einen Seite reizt mich Medienmanagment oder Eventmanagment sehr. Aber wenn ich so über den Einzelhandel nachdenke, dann ist das ein sehr sehr schöner Beruf und ich kann mich irgendwie nicht davon trennen. So “langweilig” er für andere auch sein mag – ich finde den Beruf toll und freue mich auch über den Kundenkontakt (besonders über unsere täglichen Uniformträger die jeden Tag vorbei kommen
)
Manchmal würde ich mir wünschen, andere könnten mir sagen was ich machen soll – aber diese Entscheidung liegt ganz alleine bei mir. Zum Glück habe ich noch ein bisschen Zeit und werde mich (huch – schon so spät
) heute Nachmittag erst mal wieder in den Laden stellen. Und nach diesem langen Eintrag freue ich mich jetzt schon noch mehr darauf
.